Penicillin-Allergie-Netzwerk Deutschland (PANDA)

Die Angabe einer Allergie gegen Penicillin und Penicillin-Derivate stellt ein signifikantes Problem im Gesundheitswesen dar: Mindestens 8-12% der Menschen in Deutschland geben anamnestisch eine Penicillin-Allergie an und tragen somit das „Label“ Penicillin-Allergie in ihrer Gesundheitsakte. Der Einsatz von Alternativantibiotika führt bei diesen Menschen zu schlechteren Therapieergebnissen, einer höheren Mortalität, mehr Wiederaufnahmen und höheren Therapiekosten. Zudem wird eine erhöhte Rate an Resistenzentwicklungen in einer Zeit begünstigt, in der Antibiotikaresistenzen weltweit ein zunehmendes Gesundheitsproblem darstellen.


Tatsächlich kann eine echte Penicillin-Allergie bei weniger als 10% der Menschen mit anamnestischer Penicillin-Allergie bestätigt werden. Bei mehr als 90% der Menschen mit anamnestischer Penicillin-Allergie kann diese durch eine allergologische Anamnese, allergologische Tests oder eine erneute Penicillin Gabe (der sogenannten Provokation) widerlegt werden und das Label Penicillin-Allergie kann aus der Krankenakte entfernt werden. Dieser Vorgang wird als Delabeling bezeichnet und ermöglicht Penicillin und Penicillin-Derivate wieder sicher zu verwenden.


Das Penicillin-Allergie-Netzwerk Deutschland (PANDA) hat sich zum Ziel gesetzt, durch konkrete Handlungsempfehlungen das Management von Menschen mit anamnestischer Penicillin-Allergie zu verbessern. Auf dem Weg zu einer überregionalen, interdisziplinär abgestimmten Delabeling-Strategie in Deutschland sind die Entwicklung eines klinischen Leitfadens, die Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen und nicht zuletzt gezielte Interventionen und wissenschaftliche Projekte Kernelemente der Arbeit des Penicillin-Allergie-Netzwerks Deutschland (PANDA).


Das Penicillin-Allergie-Netzwerk Deutschland (PANDA) wird unterstützt von der DGI und der Akademie für Infektionsmedizin.

Ansprechpersonen

A. Weber

  • Fachapothekerin für klinische Pharmazie, Infektiologie
  • ABS Expertin (DGI)
  • LMU Klinikum München
  • Stabsstelle Antibiotic Stewardship, Apotheke

I. Joost

  • Fachärztin für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie; Infektiologin (DGI), ABS Expertin
  • Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene
  • Universitätsklinikum Düsseldorf

A. Hennigs

  • Fachärztin für Innere Medizin, Zusatzweiterbildung für Infektiologie
  • Sektion Infektiologie, I. Med. Klinik
  • Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf

T. Koch

  • 3. Medizinischen Klinik für Pneumologie, Infektiologie und Onkologie, Klinikum Itzehoe, Itzehoe.
  • Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), Standort Hamburg-Lübeck-Borstel-Riems.

E. Khatamzas

  • Fachärztin für Innere Medizin und Infektiologie, Fachärztin für Mikrobiologie
  • Abteilung Infektions- und Tropenmedizin
  • Universitätsklinikum Heidelberg

A. Moeser

  • Fachärztin für Innere Medizin/Pneumologie
  • Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
  • Institut für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene
  • Universitätsklinikum Jena

L. Tometten

  • Facharzt für Innere Medizin, ABS-Experte DGI
  • Klinik I für Innere Medizin, Fachbereich Klinische Infektiologie
  • Mitglied AMS-Team
  • Universitätsklinikum Köln (AöR)

A. Friedrichs

  • FÄ Innere Medizin und Infektiologie
  • FÄ Med. Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie
  • Antibiotic Stewardship Expertin (DGI)
  • Klinik für Innere Medizin I mit den Schwerpunkten Gastroenterologie, Hepatologie, Pneumologie, internistische Intensivmedizin, Endokrinologie, Infektiologie, Rheumatologie, Ernährungs- und Altersmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
  • Antibiotic Stewardship, Kaufmännische Direktion, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

B. Eirmbter

  • Fachapothekerin für klinische Pharmazie
  • Certificate in Pharmacy Practice (The London School of Pharmacy/Universtität Tübingen)
  • Bereichsweiterbildung Infektiologie (AKNR)
  • Geschäftsführung ABS Team, ABS Team / Apotheke
  • Universitätsklinikum Düsseldorf